Das Potsdamer Handwerk befindet sich ungebremst auf Erfolgskurs - das ergab die Herbstkonjunkturumfrage der Handwerkskammer Potsdam. Mit 93 Prozent guter und befriedigender Geschäftslage wurde erneut ein Spitzenwert erreicht. Damit stieg der bereits sehr gute Vorjahreswert nochmals um 5 Prozentpunkte.
6 von 10 Betrieben beurteilten ihre derzeitige Geschäftslage sogar als gut bis sehr gut. Nur noch 7 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Geschäftslage aktuell als schlecht (Vorjahr: 13 Prozent).
Auch die Auftragslage entwickelte sich besser als im Vorjahr. Jeder Dritte berichtet von einer Verbesserung seiner Auftragslage, nur 13 Prozent von einer Verschlechterung. Die Mehrzahl von 66 Prozent beurteilt die aktuelle Auftragslage/Nachfrage als für die Jahreszeit durchaus normal. Jeder Fünfte sogar als außerordentlich gut.
Die Betriebe stellten auf Grund der guten Konjunkturlage zusätzliches Personal ein. Insgesamt stieg der Personalbestand in den befragten Betrieben um knapp 3 Prozent. Den größten Zuwachs gab es im Handwerk für den gewerblichen Bedarf - jeder Dritte hat hier zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.
Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Gewerbegruppen erhebliche Unterschiede. Getragen wird der Aufschwung vor allem von den Betrieben des Bau- und Ausbaugewerbes. So bezeichnen im Ausbaugewerbe mehr als 70 Prozent der Befragten zurzeit ihre Geschäftslage als gut, dagegen sind es bei den personenbezogenen Dienstleistungen nur 30 Prozent.
Die durchschnittliche Betriebsauslastung liegt bei 84 Prozent und die durchschnittliche Auftragsreichweite bei 7,1 Wochen. 40 Prozent der Befragten erreichten eine 100-prozentige Kapazitätsauslastung (Vorjahr: 34 Prozent).
Im Vorjahresvergleich hat sich die Umsatzentwicklung deutlich verbessert. 30 Prozent meldeten gestiegene, aber nur 16 Prozent gesunkene Umsätze. Per Saldo ein Anstieg um 14 Prozentpunkte (Vorjahr: 3 Prozentpunkte). Aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. So liegt der Saldenwert zwischen gestiegenen und gesunkenen Umsatzzahlen im Bauhauptgewerbe bei plus 25 Prozentpunkten und bei den Gesundheitshandwerken bei minus 23 Prozentpunkten.
Dass sich die Situation in vielen Handwerksbetrieben in den letzten Monaten deutlich positiv entwickelt hat, widerspiegelt sich vor allem in der gestiegenen Investitionsbereitschaft. 14 Prozent der Befragten haben im Befragungszeitraum ihre Investitionstätigkeit gesteigert, nur 7 Prozent investierten weniger als im Vorquartal. Im Frühjahr 2011 waren es noch 65 Prozent, die keinerlei Investitionen getätigt haben, aktuell sind es 59 Prozent.
Nach den guten Ergebnissen im 3. Quartal blicken die meisten Betriebe auch optimistisch ins 4. Quartal 2011. Zwar rechnen nur 15 Prozent mit einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäftslage, dabei muss man jedoch den vorherrschenden hohen Zufriedenheitsgrad berücksichtigen. 71 Prozent, und damit die meisten, hoffen aber, die aktuell guten Ergebnisse halten zu können.
Der Personalbestand bleibt voraussichtlich weitestgehend konstant. 90 Prozent planen weder Entlassungen noch Neueinstellungen.
Alle Branchen – mit Ausnahme des Nahrungsmittelhandwerks und der personenbezogenen Dienstleistungen – erwarten eine konstante bzw. steigende Auftragslage. Das spiegelt sich auch in den Umsatzerwartungen wider. 21 Prozent rechnen mit steigenden Umsatzzahlen, nur 14 Prozent mit sinkenden.
Sowohl verkaufs- als auch einkaufsseitig ist mit Preissteigerungen zu rechnen. Das Investitionsgeschehen wird etwas nachlassen. Nur 34 Prozent möchten bis zum Jahresende noch investieren.
Hintergrund
Zur Handwerkskammer Potsdam gehören mehr als 17.400 Betriebe in über 130 Gewerken, mit ca. 75.000 Beschäftigten (einschl. Inhaber) und 4.200 Lehrlingen.